AMASSALIK

Kajakbau · 1992/93

Vom Bauplan aufs Wasser

Sperrholz, Geduld und die Idee vom eigenen Kajak. Die Baugeschichte von Amassalik.

5,78 mLänge
0,52 mBreite
SperrholzBauweise
Vom Bauplan aufs Wasser

Vom Entwurf zur ersten Fahrt

Die Kajaks sind nach einem Riß und Bauplan gebaut, der uns freundlicherweise von Fritz Buttgereit überlassen wurde.

Als Materialien wurden 3 mm Sperrholz, Kanzhölzer aus Eiche (25 x25 mm) Schrauben, Heftklammern und Nylonfaden verwendet. Die Stabilisierung wurde mittels Laminieren der Nähte und des Trittbereiches im Cockpit erreicht.

Die Boote sind mit zwei wasserdichten Abschottungen jeweils vorne und hinten versehen. Für die Lucken der abgeschotteten Gepäckräume wurden handelübliche Luckendeckel(26cm) von Valley eingebaut.

Kajakbau · Aufnahme 1

Abmessungen:

Länge über alles:
größte Breite:
Luckengröße:
5,78 m
0,52 m
0,37 x 0,59 m
Luckenhöhe vorne:
Luckenhöhe hinten:
0,28 m
0,15 m
Laderaum- Bug:
Laderaum Heck:
ca. 33l
ca. 68l
Zunächst wurden entsprechend der Zeichnungen Schablonen angefertigt und danach die Sperrholzteile für den Rumpf, das Deck und die Lucke zugeschnitten.
Kajakbau · Aufnahme 2
Nun wurden die einzelnen Rumpteile am Kiel und an den Knickspantenlinien vorgebohrt im Abstand von ca 15 mm und anschließend der Rumpf zusammengenäht.

An den oberen Linien der Seitenteile wurden nun 25x25 mm starke Eichenleisten verschraubt und verleimt.

Der Rumpf wurde nun an Spitze und Heck aufgehängt und mittels Spannseilen und Spannhölzern in seine spätere Form gedrückt und ausgerichtet.
Die Näht wurden nun mittels Laminat und Glasfaserstreiefen verklebt. Nach dem Austrocknen wurde die Hautspannten , die sich am vorderen und hinteren Ende des Cockpits befindet angefertigt und eingesetzt. Sie werden ebenfalls verklebt und verschraubt.
Kajakbau · Aufnahme 3
Die wohl kniffligste Arbeit war der Lucken und Schotteinbau, sowie das Formen des Cockpits mit dem Süllrand.

Als nächstes wird nun der voerbereitete Rahmen für die Lucke aufgesetzt und an dem vorderen und hinteren Spant jeweils befestigt.

In die vorbereitete Luckenöffnung werden nun Lage für Lage Lage Sperrholzstreifen rund geformt, eingepaßt und miteinander verklebt. Ich habe zur besseren Haltbarkeit im Klebeprozess die Streiefen mit dem Tacker geklammert und die Klammern später wieder entfernt. Als nächstes wird eine dünne Leiste am oberen Rand angebracht als Süllrand für die Halterung der Spritzdecke.

Kajakbau · Aufnahme 4

Ein ähnliches Vorgehen habe ich beim Luckeneinbau angewendet. Aber da probiert wohl jeder am besten seine Methode aus.

Im folgenden kann nun das Oberdeck aufgesetzt und in seine Form gebracht werden. Dabei geht man schrittweise vor. Zunächst setzt man die spätere Einstiegssitzplatte, die sich unmittelbar hinter dem Cockpit befindet auf. Sie ist etwa doppelt so stark wie das übrige Deck.

Kajakbau · Aufnahme 5
Kajakbau · Aufnahme 6
Im folgenden wird das Achterdeck aufgesetzt und mit den Eichenleisten verklebt und verschraubt.

Für das gewölbte Vorderdeck näht man zunächst die beiden Hauptteile wie beim Rumpf beschrieben zusammen und verleimt sie in einem dem Vorderspanten entsprechenden Winkel. Dann wird das Vorderdeck aufgesetzt und geformt.

Ist das Deck komplett augesetz, die Lucken sowie das Cockpit eingebaut, alles verleimt, geschliffen, gespachtelt und nochmals geschliffen kann man daran gehen die Schotten einzusetzen. Ich habe zunächst am Bootskörper selbst Schablonen aus Pappe gefertigt um einen möglichst genauen Sitz zu erzielen. Da ich auf einen Stemmbock für die Füße verzichten wollte, habe ich das vorsdere Schott so eingesetzt, daß es in einem leicht geneigten Winkel steht und mir gleichzeitigt als Stemmbock (Prallplatte :-)) dient. Eine gute verleimung und Abdichtung der Schotten ist vonnöten um später wirklich dichte Kammern zu haben

Für die Behandlung der Oberflächen habe ich den Bootskörper mit stark verdünntem Epoxidharz gestrichen, geschliffen, wieder gestrichen , naß geschliffen usw. bis ich die gewünschte glatte,sehr dünne aber stabile Oberfläche erreicht hatte. Nun noch das Boot mit den notwendigen Zubehördingen, wie etwa RUND_um_Leine, Festmacher, Decksnetz und andere Befestigungen ausgerüstet und das Boot kann zu Wasser gelassen werden. Über den Einbau von Steuer, Flossen, Skegs etc. wird in der Szene häufig debatiert, gestritten und letzebndlich muß jeder seine Bedürfnisse berücksichtigen. Ich fahre das Boot ohne Steuer und ohne Skeg. Es hat auf Grund der Länge einen guten Geradeauslauf , ist schnell und leicht und läuft ziemlich naß. Dadurch ist man dem Element sehr nah, was mir entgegenkommt.

Also gesagt, getan - ich nahm das Boot brachte es an den Strelasund und begann meine erste Probefahrt. Das lief soweit alles ganz gut ab, aber ____Oh______Schreck_____

nach einer viertel Stunde saß ich schon gehörig im Wasser, wie in einer Badewanne.

Also nix wie an Land !

Ich habe dann den Umkehrtest gemacht und das Boote auf einer Bootslagerung voll Wasser geschüttet und etliche Leckagen gefunden. Insbesondere die Nähte und die Löcher vom Zusammennähen der Rumpfteile waren nicht so mit Epoxidharz zugelaufen wie sie sollten und so habe ich das mit zweikomponentenspachtel nachgeholt. Danach war das Boot und die Gepäckräume dicht und trocken - bis heute ohne Nachbehandelung, ebenso ist der Rumpf außen und ebenfalls bis heute ohne Nachbehandelung (nach 10 Jahren !!!!).

Kajakbau · Aufnahme 7     Kajakbau · Aufnahme 8

Zeichnungen & Material

Die zum ursprünglichen Bauprojekt gehörenden Unterlagen.

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